Die Griffigkeit einer Straße - insbesondere bei Nässe - ist entscheidend für das Fahr- und Bremsverhalten von Kraftfahrzeugen und daher bei der Untersuchung und Beurteilung von Unfallursachen bedeutsam. Ferner sind Griffigkeitsmessungen (Teilprojekt 2 [TP 2] der ZEB) eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das Erhaltungsmanagement sowie bei der Abnahme von Baumaßnahmen.

Die Griffigkeit wird durch das schnellfahrende Messsystem SKM Griffigkeitsmesssystem (Seitenkraftmessverfahren) erfasst und bewertet.

Messsystem, Messprinzip und Zustandsgröße Griffigkeit

Das Griffigkeitsmesssystem SKM verwendet das Prinzip des zur Fahrtrichtung schräggestellten und unter Seitenschlupf abrollenden Messrades (Schräglaufwinkel 20o).

 

Messverfahren SKM TRS

Das Messrad ist ca. 1,5 m vor der Hinterachse des Träger-LKW montiert. Auf angenässter Fahrbahnoberfläche wird mit dem profillosen, in der rechten LKW-Rollspur laufenden Messreifen (Reifeninnendruck 3,5 bar) der Seitenreibungsbeiwert bei definierter Sollgeschwindigkeit (Bundesautobahnen: 80 km/h; Bundesstraßen: 60 km/h; kommunale Straßen: 40 km/h) ermittelt. Die gemessenen Griffigkeitswerte werden gemäß TPGriff-StB (SKM) 2007 hinsichtlich Geschwindigkeit und Temperatur korrigiert.

Zur Annässung der Messspur sind unsere Trägerfahrzeuge mit einem 10 m³ fassenden Wassertank ausge­rüstet, der bei einer definierten Wasserfilmdicke von 0,5 mm eine kontinuierliche Erfassung von bis zu 200 Messkilometern ermöglicht.

Zur Charakterisierung der Fahrbahngriffigkeit wird der Seitenreibungsbeiwert μ-SKM (engl.: SFC - Sideway-Force Coefficient) gebildet. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis der durch Reibung auf das Messrad einwirkenden Seitenkraft zur Normalkraft des Messrades bei einer Radlast von 200 kg.